Um deutlich zu machen gegen was wir heute protestiert haben, poste ich einige „alte Texte“, auch deshalb, weil es viele neue Leser auf dieser Seite gibt:

„Es ist mir noch nie etwas vergleichbares wie in der Dhünnaue untergekommen“, (…)

auch nicht an anderen Chemiestandorten.(Dr. Werner Görtz, Chemiker, Leiter des Chemischen Untersuchungsamtes der Stadt Leverkusen 1986 bis 1989, 1989 bis 2014 Chef des Düsseldorfer Umweltamtes) im Leverkusener Anzeiger vom 16.12.2016.

Zwar enthält die Deponie im Durchschnitt nur 16% -18% organische Abfälle, allerdings ist das nicht nur Hausmüll, sondern dazu gehören unter anderem mehrere tausend Tonnen chloraromatische Produktionsrückstände, die seit langem wegen ihrer Umweltgefährlichkeit nicht mehr freigesetzt werden dürfen, wie z.B. Chlornaphtaline, Chlorbenzole und PCB, diese Produktionsrückstände enthalten in der Dhünnaue in der Regel auch die aus Seveso bekannten hochgiftigen TCDD- und TCDF-Verbindungen („Dioxine“).“ (Konkretisierung durch Herrn Dr. Görtz per E-Mail am 02.01.2017)

Unter der Gruppe der Dioxintypen fasst man 75 polychlorierte (PCDD) und 135 Furane (PCDF) zusammen. Diese Stoffe werden auch als „Pest des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Sie kommen nicht in der Natur vor und entstehen z. B. als Abfallprodukte bei Verbrennungsprozessen bei der Herstellung chlorierter organischer Verbindungen, bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und von Farben. Sie sind beständig, fast nicht abbaubar, aber fettlöslich. Die große Gefahr dieser Stoffe besteht darin, dass sie sich – erst einmal in die Nahrungskette gelangt, wie z. B. über den Wasserkreislauf, die Luft – im Fettgewebe der Tiere anreichern. Der Mensch „am Ende der Nahrungskette“ ist daher besonders gefährdet.

Diese Stoffe gelten schon im „Pikogrammbereich“ (1 Pikogramm = 0,001 Mikrogramm!) als hochgiftig, sind langlebig, krebserzeugend, erbschädigend, schädlich für Embryos und besonders für Kleinkinder, aber auch die Tierwelt.

PCB ist einer der chemischen Stoffe, die zu der Kategorie der gefährlichsten Giftstoffe der Welt zählen, dem „geächteten dreckigen Dutzend“ (Stockholmer Abkommen 2001). Deren Herstellung und Anwendung ist seitdem verboten.

Ein Artikel im Leverkusener Anzeiger im Oktober 1992 macht deutlich, welche Ergebnisse das Gutachten zur Dhünnaue Nord (sog. Koblenzer Gutachten) zutage gefördert hatte:

„Dort liegen im Vergleich zur Dhünnaue-Mitte deutlich höhere Ablagerungsmengen aus kritischen Produktionen. Die chemischen Abfälle waren von Bayer in den 50iger Jahren dort abgekippt worden. Nicht allein mengenmäßig – so wird zum Beispiel das PCB auf 439 Tonnen auf der Dhünnaue-Nord gegenüber „nur“ 123 Tonnen auf der Dhünnaue-Mitte geschätzt – stellen die Untersuchungsergebnisse alles Bisherige in den Schatten.

Ob Chlorverbindungen (besonders auch Chloraniline) , Benzole oder Schwermetalle – der Boden gleicht einer Giftküche.“ Eine hochbrisante Mischung laut damaligem Gutachten.

Im Analysenprogramm der Firma Düllmann – zuständig für die Bohrkampagnen 2014/15 – (Erörterungstermin 04.07. – 08.07.2016) ist dazu folgender Satz auf Seite 10 zu lesen:

„Einzelne Chargen überschreiten aufgrund von organischen Inhaltsstoffen die Zuordnungwerte nach Deponieverordung.“

Da muss sich aber in den letzten 20 Jahren eine Menge der „nicht abbaubaren beständigen Stoffe“ aufgelöst haben.

Vielleicht hat man ja in den letzten Jahrzehnten Unmengen von Fett in die Altlast gekippt um die Dioxine aufzulösen?

Aufruf zur Demo durch Ultras Leverkusen & Nordkurve 12

Am 18. November 2017 marschieren bis zu 6.000 Leverkusener Bürger ab Wacht am Rhein, also ungefähr dort  wo der Ausbau beginnen soll und bewegt sich über die Ausbaustrecke zum Stadion. Viele motivierte Menschen, mit Schildern, Trillerpfeifen, Ratschen und sonstigen Krawallmachern haben lautstark oder still, je nach Mentalität, ihr Entsetzen über die Ausbaupläne der A 1 zum Ausdruck gebracht.

Hier ein paar Eindrücke:

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