Frage von Andrea Kittel: Mich beschäftigt immer noch, dass nur jede 1.000 Tonne Aushub kontrolliert werden soll. Ich frage mich, anhand welcher Kriterien auf der Baustelle direkt entschieden wird, welcher Container verwendet wird. Eigentlich müsste doch alles in fest verschlossene Container oder?

Antwort:

Straßen.NRW behauptet, dass man durch die Erkundungsbohrungen in fünf Bohrkampagnen, deren Analyse, die Kenntnisnahme einiger – längst nicht aller – Gutachten und Bohranalysen aus dem letzten Jahrhundert und „Informationen von Currenta und der Bayer AG“ schon sehr viele Informationen über die Art, die Zusammensetzung und die Gefährlichkeit des zu entsorgenden Deponats gewonnen hat.
Diese Behauptung halte ich für unrichtig und stelle sie infrage. Dazu muss ich aber einen weiteren Text formulieren, da meine Antwort ansonsten zu lang wird!

Unmittelbar – ca. 14 Tage – vor Beginn der Bauarbeiten soll eine „vertiefte Erkundung = vorauseilende Erkundung“ des Baufeldes erfolgen. „Aus den Aufschlüssen werden Einzelproben entnommen und zu Mischproben vereinigt.“ Die Beprobungen erfolgen so, dass alle 1000 t Aushubmaterial eine Mischprobe (sogenannte Eimerprobe) entnommen wird.
Eine Mischprobe erhält man, wenn man einzelne Pröbchen aus den verschiedenen „vorauseilenden Bohrungen“ (mit ziemlicher Sicherheit natürlich auch wieder ohne jegliche Schutzeinrichtung vorgenommen!) aus dem geplanten Baubereich entnimmt und sie in einem Eimer mischt und dann zur Analyse schickt!

Mittels einer Mischprobe…..

…..kann man Hinweise darauf erhalten, welche chemischen Stoffe sich im geplanten Eingriffsgebiet befinden.
Mit Sicherheit kann man nicht feststellen, welcher Abfall sich wo in welcher toxischen Konzentration befindet, denn die Ablagerungen sind – das gibt man selber zu – sehr inhomogen. Es gibt innerhalb der Altlast Dhünnaue keine klaren Ablagerungshorizonte, weil man den Fabrikabfall über Jahrzehnte von Süd nach Nord einfach dort abgekippt hat, wo Platz war. Dies gilt für den horizontalen ebenso wie für den vertikalen Kippbereich. Man kann erst dann genau wissen mit welcher Art von Fabrikabfall man es zu tun hat, wenn man den Bereich tatsächlich geöffnet hat. Denn es befinder sich z.T auch noch der Aushub vom Bau der A 1, dem Westkreuz und der „Säuberung des Rheinvorlandes“ auf der Deponie Nord.

Das sieht man bei Straßen.NRW ganz anders:

Da man mit Hilfe der „vorauseilenden Untersuchungen “ festgestellt hat um welche Deponatsstufe es sich in dem Baubereich handelt – es wird sich bei dieser Art von Beprobung wohl mit Sicherheit ergeben, dass man es zu über 98% mit Deponat der Deponatsstufe I bis III zu tun hat – wird man den chemischen Abfall „unmittelbar nach dem Aushub verladen“, denn man „beabsichtigt nicht Abfälle im Baufeld zwischen zu lagern. Eine Ausbreitung wäre unter Sicherheits- und Zeitaspekt unvertretbar.“

Man hat also vor die Ablagerungen vor dem Aushub mittels „Mischproben“ zu beproben um beim Eingriff den Abfall – ohne weitere Beprobung – direkt auf die Deponie Bürrig zu verbringen oder – möglichst selten – zur Verbrennung zu transportieren.

Über den Transport schreibe ich einen weiteren Text!

Gisela Kronenberg  01. Januar 2018

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