In vielen Städten u.a. in Köln und Leverkusen muss nun dringend etwas gegen die Luftverschmutzung getan werden um Fahrverbote umgehen zu können, denn die EU hat gegen die BRD Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und die Deutsche Umwelthilfe klagt – wahrscheinlich erfolgreich – vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Ist eine Umweltzone in Leverkusen noch zu vermeiden und wie sinnvoll wäre sie?

Falls eine Umweltzone in Leverkusen eingerichtet werden muss, wird der kleine Handwerker, dem ausreichendes Investitionskapitial fehlt um sich ein neues Auto = Betriebsmittel leisten zu können, aufgrund einer „blauen“ Plakette auf seinem Fahrzeug seine Kunden in der Umweltzone nicht mehr erreichen können. Allerdings dürfen ca. 300 000 Autos täglich auf den Autobahnen ohne jegliche Begrenzung durch Leverkusen fahren und die Stickoxide und Feinstäube „regnen“ z. T. regelrecht von der Autobahn auf die Bürger dieser Stadt hinunter.
Nicht zu vergessen – danke Frank 😉 – sind die Schiffe auf dem Rhein, die ebenfalls erheblich zur Luftverschmutzung beitragen.

Nun machen sich unsere Stadtoberen incl. Rat langsam auch mal Gedanken: Carsharing, mehr Parkplätze für Fahrräder und E-Bikes, Erhöhung der Parkgebühren, umweltgerechte Umrüstung der Wupsibusse, Förderung von Job-Tickets, Umrüstung der städtischen Fahrzeuge auf E-Mobilität, mehr 30km Zonen und Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs sind u. a. Möglichkeiten die dazu beitragen könnten die Luft in Leverkusen nachhaltig zu verbessern.

Die vorgeschlagenen Aktionen sind allerdings – wie man das in unserer Stadt schon kennt – einseitig, kurzsichtig und bläuäugig. Denn:

– Allzu häufig wird der ÖPNV nicht genutzt, weil die Taktung der
Busse zu gering ist und es auch daher sehr schwierig ist
gewisse Stadtteile in einem zumutbaren Zeitrahmen zu
erreichen.
– Noch problematischer ist es, wenn man den ÖPNV nutzen
möchte um z.B. tagtäglich als Pendler, oder auch nur
manchmal die Nachbarstadt Köln aufsuchen zu können:

– Die Linie 4 endet aus Köln kommend im „Nirvana“ im
Süden von Schlebusch. Zumindest eine Verlängerung
der Linie 4 bis Schlebusch ist mehr als sinnvoll.
– Auf der B 8 gibt es zwar Busverbindungen, aber keine
Straßenbahnverbindung, die es Mitarbeitern im
Chempark schmackhaft machen könnte, das Auto
stehen zu lassen um statt dessen den ÖPNV
von der „Haustüre bis zur Arbeit“ zu nutzen.
– Besonders wichtig wäre es den Norden der Stadt Köln
über die A 1mit den nördlichen Stadtteilen von
Leverkusen zu verbinden, so dass vielen
Berufspendlern aus Leverkusen zu den Fordwerken
und „umgekehrt“ aus Köln zum Chempark in
Leverkusen, aber auch zu weiteren Betrieben ein
Umstieg als sinnvoll und zeitsparend nahe gebracht
wird.

Wer z. B. zurzeit täglich den ÖPNV nutzen möchte um aus Merkenich zum Chempark, oder aus Leverkusen zu Ford zu kommen, muss über Köln Mülheim fahren.

Kein Wunder, dass man es dann vorzieht das Auto zu nutzen!

Mit welcher Blindheit und Engstirnigkeit muss man bei Straßen.NRW geschlagen sein, dass man bei der Ausbauplanung der A 1 über den Rhein nicht eine Einrichtung des ÖPNV zwischen Leverkusen und Köln in Erwägung gezogen hat, sondern noch nicht einmal bereit war die Breite der Fahrrad-, Fußwege den Gegebenheiten anzupassen? Eine Bahn ließe sich nämlich sogar unter der Brücke – ebenso wie ein breiter Fahrrad-, Fußweg – problemlos installieren.

Dass man dann auch noch – obwohl die Querung der Brücke der A 1 zum europäischen Fahrradwegenetz gehört – darauf bestanden hat, jeweils nur 3.75 Meter Breite für einen gemeinsamen Fahrrad/Fußweg vorzusehen, ist – bei Pedelac und Lastenfahrrädern – geradezu lächerlich!

Denn diese Entscheidung steht genau konträr zu der, die eine Stärkung der Nutzung alternativer Verkehrsmittel vorsieht, ja geradezu verlangt, um die Umweltbelastung auf diese Art und Weise zumindest etwas minimieren zu können.

Des Weiteren erübrigt es sich über einen Luftreinhalteplan für Leverkusen in den kommenden Jahrzehnten nachzudenken. Die Schadstoffbelastung durch Feinstaub und NOx wird sich in den kommenden Jahren – egal welche Maßnahmen man ergreifen wird – noch einmal stark erhöhen: Straßen.NRW hat ja – welch ein bitterer Sieg auf Kosten der Gesundheit der Bürger und der Umwelt – vor dem Bundesverwaltungsgericht uneingeschränkt „gewonnen“!

Durch die Emissionen der Baumaschinen, die Emissionen aus den offenen Baustellen, die Baustellen-, und Umleitverkehre und die tagtäglichen Staus während dieser Baumaßnahmen, wird sich die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung durch Feinstäube und Stickoxide in den kommenden Jahren – selbst bei Einrichtung einer Umweltzone 😉 – noch einmal drastisch erhöhen.

Schon heute sterben in Leverkusen zu viele Menschen an Lungenkrebs…