Leverkusen - Nicht das Ende der Welt

Buntes aus Leverkusen

Leserbriefe

Sehr geehrte Frau Höhn,

als Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestages, „opponierende“ Landtagsabgeordnete von NRW zurzeit der Altlastsicherung und Vertreterin „Der Grünen“ im Bundestag erscheint es mir unmöglich, dass Sie den Planungen, die zurzeit für den Ausbau der A 1 quer durch die gesicherte „mumifizierte „Altlast Dhünnaue“ beabsichtigt sind, zustimmen könnten. Es könnte – bei Öffnung der Deponie – ein Umweltskandal in einer noch ungeahnten Größenordnung auf die Bewohner der Region Köln/Düsseldorf zukommen.

Straßen.NRW plant im Rahmen dieses Ausbaus die Deponie unter laufendem Verkehr unter Sicherheitsmaßnahmen zu öffnen und meint – laut eigener Aussage – „den Zufall im Griff zu haben“. Beispiele aus der Schweiz (Bonful und Kölliken) weisen allerdings darauf hin, wie gefährlich und kostenintensiv ein Eingriff in eine „sanierte ungeordnete Deponie“ werden kann.

Im Rahmen der Sanierung der Altlast Dhünnaue verweise ich Sie auch auf den von Ihnen unterschrieben Antrag der „Grünen“ Landtagsfraktion  vom 12.02. 1992 (Landtag NRW, Drucksache 11/3184), auf die Drucksache 11/6101 des Deutschen Bundestages  vom 14.12.1989 und auf meinen Blog https://leverkusennichtdasendederwelt.wordpress.com/ hin. Auch auf der Webseite „rheintunnel.de“ steht Informationsmaterial zur Verfügung.

Ich habe des Weiteren im November 2015 eine Petition an den Deutschen Bundestag geschickt (Pet 1-18-12-9111-026854), von der ich allerdings schon seit Monaten „nichts mehr gehört“ habe.

Ich freue mich von Ihnen zu hören und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Gisela Kronenberg   13.06.2016


Leserbrief Gisela Kronenberg 06.06.2016 an Rheinische Post

Leserbrief zu Ihrem Artikel „Hamburgs Tunnel funktioniert hier nicht“ vom 04.06.2016
Die Realisierung des „kleinen Küppersteger Tunnels“ mit der Straßen.NRW beharrlich als einziger Tunnelvariante argumentiert, ist – bedingt durch die geplante offene Bauweise – technisch nur schwer umzusetzen und schützt nur einige wenige Anwohner auf Kosten Anderer. Hier gilt es tatsächlich Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen.
Es bleibt nur noch die „Monsterstelze“ quer durch unsere Stadt?
Nein – man ist man bei Straßen.NRW bis zum heutigen Tag nicht bereit, eine „Doppellösung“ abwägungsfehlerfrei zu prüfen:
1. Einen Tunnel für den Durchgangsverkehr, der im Schildvortrieb unterirdisch von Köln Niehl bis hinter das Leverkusener Kreuz geführt wird – mit „Verteilung“ am Kreuz.
2. Neubau einer Brücke auf den schon vorhandenen Fundamenten für den innerstädtischen/regionalen Verkehr und Gefahrguttransporte hoher Gefahrklassen, die nur unter sehr hohen Kosten „tunnelgängig“ wären.
Die wichtigsten Argumente für eine Doppellösung:
– Die optische, räumliche und infrastrukturelle Teilung der Stadt wird aufgehoben.
– Landgewinn statt Landverbrauch mitten in der Stadt.
– Keine Erweiterung des „Spaghettiknotens“, Gründung nur auf vorhandenen Pfeilern.
– Entfall des unkalkulierbaren Eingriffs in die Altlast Dhünnaue.
– Effektiver Schutz der Anwohner vor Lärmimmissionen.
– 90% der gesundheitsschädlichen Schadstoffemissionen werden ausgefiltert.
– Reduzierte Behinderungen und Belastungen der Bevölkerung während der Bauzeit.
– Der jahrelange, sich täglich wiederholende, innerstädtische Verkehrskollaps während der Bauzeit entfällt.

Kann es tatsächlich dem Willen „der Politik“ in Berlin und Düsseldorf entsprechen, sich einseitig für wirtschaftliche und pekuniäre Interessen und gegen die Interessen der Bevölkerung und der Stadt zu entscheiden, während man sich überall in der Republik bemüht Verkehrsprojekte möglichst umweltschonend und gesundheitsfördernd durchzuführen?
Dies wäre mehr als blauäugig gedacht, denn die langfristigen ökologischen und gesundheitlichen Folgen werden bei Weitem die kurzen ökonomischen Gewinne übersteigen.


 

Leserbrief Gisela Kronenberg Kölner Stadtanzeiger

Leserbrief zu Ihrem Artikel „Es ist kein unbeherrschbares Risiko“ vom 04.06.2016
Mit der Aussage, dass es „kein unbeherrschbares Risiko“ sei die Deponie zu öffnen, gibt Frau Obernosterer zu, dass es ein Risiko ist sie zu öffnen, man aber darauf vertraut das Risiko beherrschen zu können.
Leserbrief zu Ihrem Artikel „Es ist kein unbeherrschbares Risiko“ vom 04.06.2016
Ich bin mir sicher, dass man „den Mund etwas zu voll nimmt“, indem man unkalkulierbare Gefahren „realistisch“ ausschließt. Nachdem es bei der Sanierung der wesentlich kleineren, aber vergleichbaren chemischen Deponie Bonfol in der Schweiz 2010 eine Explosion gab und die Sanierung der Deponie in Kölliken nun schon viel länger dauert als geplant und dem Entsprechend die Kosten explodiert sind, erscheint es mir überflüssig Gegnern der Deponieöffnung – die vorwiegend die Sorge einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung umtreibt – „Unsachlichkeit“ vorzuwerfen.
Allein die Sicherheitsmaßnahmen machen deutlich, dass man sich der Gefährlichkeit des Deponats bewusst zu sein scheint. Wobei die Probebohrungen, da sie nur punktuell erfolgten, keine genaue Auskunft darüber geben konnten, auf welche Art von Giftmüll man tatsächlich stoßen wird. Dies wird sich schlussendlich erst – Meter für Meter – in der Baugrube erweisen, wenn man die Deponie geöffnet hat.
Wenn es zu einer Explosion kommen sollte, wird allerdings keine kleine Stadt – wie in der Schweiz – betroffen sein, sondern der Großraum Köln/Düsseldorf. Ein weiterer Aspekt, der sich daraus ergeben könnte, ist, dass die Rheinbrücke möglicherweise über lange Zeit für jeglichen Verkehr gesperrt werden müsste.
Noch 2005 war man „auch bei der Schreiberzunft“ überzeugt: „Eine Gefährdungsabschätzung ergibt, dass die Altlast durch ein Dichtungssystem gesichert werden muss, welches den Kontakt Mensch – Boden für immer verhindert, das Eindringen von Niederschlagswasser in den Altlastkörper unterbindet und den unkontrollierten Austritt von belasteter Bodenluft aus den Ablagerungen ausschließt.“ (http://www.ksta.de/geschichte 16.06.2005)
„Man soll in Deponien nicht herumstochern“, dies war ein Rat seitens der Bayer AG 1988, als die Sanierung der Altlast Dhünnaue kontrovers diskutiert wurde.
Es wäre gut, diesen – damals sicher anders gemeinten „Ratschlag“ – nun zu beherzigen.